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Behandlung von AMD: Eine Studienübersicht

Geschrieben von BEH | 23.06.23

Die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) ist eine Augenerkrankung, bei der sich die zentrale Sehschärfe allmählich verschlechtert. Sie gilt als häufigste Ursache für Sehverlust bei Menschen über 50 Jahre. Es gibt zwei Formen von AMD: die trockene AMD, die fortschreitend und langsam zur Sehverschlechterung führt, sowie die feuchte AMD, die meist aggressiver verläuft. Lange Zeit gab es keine Behandlungsmöglichkeiten. Erst in den letzten 20 Jahren konnten Studien zeigen, wie sich die Erkrankung positiv beeinflussen lässt.

Studien zu Therapiemöglichkeiten bei AMD

  • Die AREDS-Studien: Die Age-Related Eye Disease Study (AREDS) wurde von der National Eye Institute durchgeführt und untersuchte die Wirksamkeit von Nahrungsergänzungsmitteln zur Verlangsamung des Fortschreitens der AMD. Die Studie ergab, dass eine Kombination aus den Vitaminen und Mineralstoffen Vitamin C, Vitamin E, Beta-Carotin, Zink und Kupfer den Verlauf der fortgeschrittenen AMD bei manchen Menschen verlangsamen kann. Die Folgestudie (AREDS 2) untersuchte die Wirksamkeit von zusätzlichen Nahrungsergänzungsmitteln zur ursprünglichen AREDS-Formel. Die Studie ergab keine Hinweise auf einen positive Wirkung durch die Zugabe von Omega-3-Fettsäuren. Da Beta-Carotin bei derzeitigen oder aktuellen Rauchern das Lungenkrebsrisiko erhöht, wird empfohlen, Lutein und Zeaxanthin statt Beta-Carotin einzunehmen.
  • Anti-VEGF-Therapie: Die Einführung der Anti-VEGF (Vascular Endothelial Growth Factor)-Therapie hat einen bedeutenden Fortschritt in der Behandlung der feuchten AMD dargestellt. Durch die Injektion von Medikamenten wie Ranibizumab, Bevacizumab oder Aflibercept in den Glaskörperraum des Auges kann das abnormale Wachstum von Blutgefäßen unter der Netzhaut unterdrückt und das Sehvermögen verbessert werden. Eine Studie aus dem Jahr 2006 mit dem Namen "Ranibizumab versus Verteporfin for Neovascular Age-Related Macular Degeneration" verglich die Wirksamkeit von Ranibizumab (ein Anti-VEGF-Medikament) mit der Photodynamischen Therapie (PDT) mit Verteporfin bei der Behandlung von feuchter AMD. Die Studie zeigte, dass Ranibizumab eine höhere Wirksamkeit bei der Verbesserung des Sehvermögens aufwies und das Fortschreiten der Erkrankung stärker verlangsamen konnte als die PDT mit Verteporfin.
  • Photodynamische Therapie (PDT): 2000 wurde die Studie "Photodynamic Therapy of Subfoveal Choroidal Neovascularization in Age-Related Macular Degeneration with Verteporfin: One-Year Results of 2 Randomized Clinical Trials" veröffentlicht. Sie untersuchte die Wirksamkeit der PDT mit Verteporfin bei der Behandlung von feuchter AMD. Die Ergebnisse zeigten, dass die PDT das Fortschreiten der feuchten AMD verlangsamen und das Sehvermögen stabilisieren konnte.

 

Studien zu Ernährung und Lebensstil bei AMD

  • Die Studie "Dietary Omega-3 Fatty Acids and the Risk for Age-Related Maculopathy: The Alienor Study" aus dem Jahr 2008 untersuchte den Zusammenhang zwischen Omega-3-Fettsäuren in der Ernährung und dem Risiko für AMD. Die Studie ergab, dass eine höhere Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren mit einer verringerten Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von AMD verbunden war.
  • Die Rotterdam-Studie: Unter dem Titel "Dietary Intake of Antioxidants and Risk of Age-Related Macular Degeneration" erschien ebenfalls 2008 eine Untersuchung zum Zusammenhang zwischen der Aufnahme von Antioxidantien aus der Ernährung und dem Risiko für AMD. Die Ergebnisse deuteten darauf hin, dass eine höhere Aufnahme von Antioxidantien wie Vitamin C, Vitamin E und Carotinoiden mit einem geringeren Risiko für das Auftreten von AMD verbunden sein könnte.
  • Die Blue Mountains Eye Study: Schon zwei Jahre zuvor, also 2006, kam die "Dietary Fat and Fish Intake and Age-Related Maculopathy"-Studie zu ähnlichen Ergebnissen bezüglich Ernährung und AMD-Risiko. Die Ergebnisse legten nahe, dass eine höhere Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren aus Fisch mit einem reduzierten Risiko für die Entwicklung von AMD assoziiert sein könnte.
  • Eine verwandte Studie mit dem Titel "Smoking and the Long-Term Incidence of Age-Related Macular Degeneration: The Blue Mountains Eye Study" untersuchte den Zusammenhang zwischen Rauchen und dem Risiko für AMD. Die Ergebnisse zeigten, dass Rauchen und Bluthochdruck mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung von AMD verbunden sind. Darüber hinaus wurde festgestellt, dass ein erhöhter Homocysteinspiegel und Vitamin B12-Mangel ein AMD-Risiko bergen.
  • The Alienor Study: Helfen B-Vitamine gegen AMD? Diese Frage versuchte auch eine Langzeitstudie aus Frankreich zu klären, die 2022 veröffentlicht wurde. Sie kam zum Ergebnis, dass eine Ernährung mit vielen B-Vitaminen den Sehkraftverlust durch AMD reduziert. Die Wissenschaftler entdeckten, dass ein normaler Folatspiegel im Blut und ein hoher Konsum von Vitamin B5- und B6-haltiger Nahrung mit einem geringeren Risiko verbunden sind, an AMD zu erkranken.

 

Ausblick

Laut Ärzteblatt gibt es darüber hinaus gute Nachrichten: Forscher arbeiten bereits an Medikamenten, die seltener injiziert werden müssen. Es gibt auch Arbeiten an einem Implantat, das kontinuierlich Medikamente ins Auge abgibt und nur alle sechs bis neun Monate nachgefüllt werden muss. Und für die "trockene" AMD wird ein neues Medikament getestet. Schließlich untersuchen Wissenschaftler auch gentherapeutische Ansätze, die lebenslang wirken könnten und nur einmal verabreicht werden müssten. Es gibt also viele spannende Entwicklungen, die es den Menschen mit AMD in Zukunft leichter machen könnten, ihre Augengesundheit zu erhalten und ihren Sehverlust zu verlangsamen.

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