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Bewegung als effektives Mittel gegen Arterienverkalkung

Geschrieben von BEH | 23.06.23

Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems sind die weltweit häufigste Todesursache. Viele dieser Krankheiten gehen auf eine Arterienverkalkung (medizinisch: Atherosklerose) zurück. Tatsächlich ist die Arterienverkalkung weit verbreitet - und doch recht unbekannt. Es gibt zwar den Ausdruck „verkalkt“, insbesondere wenn von älteren Menschen die Rede ist, doch ernstgenommen wird die Thematik selten. Das liegt unter anderem daran, dass Menschen sich entweder nicht betroffen fühlen oder wichtige Vorsorgeuntersuchungen nicht wahrnehmen.

Was genau ist Atherosklerose?

Atherosklerose wird leider oft erst sehr spät erkannt. Sie entwickelt sich schleichend und verursacht anfangs kaum Symptome. Es handelt sich um eine degenerative Erkrankung, also eine Art „Verschleißerscheinung“. Bei einer Atherosklerose kommt es zu Entzündungsprozessen und Ablagerungen an der Innenwand der arteriellen Blutgefäße. Die fetthaltigen Plaques entstehen bevorzugt in den mittelgroßen und großen Arterien von Gehirn, Herz, Nieren, anderen lebenswichtigen Organen und den Beinen. In der Regel beginnen die Gefäßveränderungen unbemerkt in der ersten Lebenshälfte, manchmal bereits sogar im Jugendalter.

Durch die Ablagerungen in den Blutgefäßen werden diese verengt und die Versorgung der betroffenen Organe mit Sauerstoff wird nach und nach reduziert. Das kann Folgen haben: Beispiele von Erkrankungen, die von solchen Verengungen verursacht werden, sind die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) („Schaufensterkrankheit“) oder die koronare Herzkrankheit (KHK). Wenn die Plaque aufreißt, kann eine Blutgerinsel freigesetzt und so ein Schlaganfall oder Herzinfarkt ausgelöst werden. Man schätzt, dass 2019 mehr als 30 Prozent aller Todesfälle auf Atherosklerose zurückgingen.

Was sind die Risikofaktoren oder Ursachen für Atherosklerose?

Die genauen Ursachen für eine Atherosklerose sind noch nicht restlos geklärt. Zu den Risikofaktoren zählen genetische Faktoren und die Lebensweise. Eine große Rolle scheint das LDL-Cholesterin zu spielen. Ist dieser Blutfettwert erhöht, spricht man von einer Hypercholesterinämie. Sie kann vererbt werden (familiäre Hypercholesterinämie) oder durch den Lebensstil entstehen (sekundäre Hypercholesterinämie). Mehr als jeder zweite Erwachsene in Deutschland hat erhöhte Cholesterinwerte.

Risikofaktoren für eine sekundäre Hypercholesterinämie sind:

  • Bewegungsmangel 
  • Rauchen
  • Übergewicht / zu hoher Körperfettanteil
  • Zucker- und fetthaltige Ernährung

Eine solche Lebensweise fördert ebenso die Entstehung von Diabetes mellitus und Bluthochdruck – diese Erkrankungen begünstigen wiederum eine Atherosklerose.

Wie kann man einer Atherosklerose mit Sport vorbeugen?

Der kurzfristige Anstieg von Puls und Blutdruck während des Sports hat viele positive Effekte: Der Herzmuskel wird stärker und pumpt ein höheres Blutvolumen. Sport setzt entzündungshemmende und abwehrstärkende Botenstoffe frei. Langfristig senkt Sport den Blutdruck und optimiert den Blutzuckerspiegel.

Laut WHO bewegen sich jeder vierte Erwachsene und vier von fünf Jugendlichen nicht ausreichend. Mehr als 5 Millionen Todesfälle ließen sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation jedes Jahr vermeiden, wenn sich die Menschen weltweit mehr bewegen würden. Die aktuelle WHO-Richtlinie empfiehlt Erwachsenen in der Altersgruppe 18 bis 64 Jahren pro Woche mindestens 150 bis 300 Minuten aerobe Aktivität von moderater bis hoher Intensität zu betreiben. Alternativ könne es auch 75 bis 150 Minuten aerober Aktivität in hoher Intensität sein. Beispiele für solche Sportarten sind etwa:

  • Fahrradfahren
  • Schwimmen
  • Joggen
  • Walken
  • Langlaufen 
  • Skaten
  • Tennis
  • Ballspielen in Form von Mannschaftssport 
  • Bewegung in einem Fitnesscenter 

Wichtig: Bevor man mit dem sportlichen Training beginnt, sollten man sich ärztlich durchchecken lassen.

Sport zeigt Wirkung 

Sport kann das Fortschreiten von Atherosklerose um 40 Prozent vermindern. Das hat eine finnische Interventionsstudie über 6 Jahre gezeigt, bei der man einer Teilnehmergruppe empfahl, 45 bis 60 Minuten an fünf Tagen pro Woche Ausdauersport zu machen, während die andere Gruppe nicht dazu angehalten wurde.

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Medizinisch-fachliche Quellen: